Häufig gestellte Fragen

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Warum brauchen LeiterInnen ein Erweitertes Führungszeugnis?

Dafür gibt es zwei Gründe:

Der §72a im SGBVIII verpflichtet die Jugendämter dazu, mit jeder Organisation, die Jugendarbeit anbietet, sicherzustellen, dass keine ehrenamtliche und hauptamtliche Person, die im Kontakt mit Minderjährigen Personen steht, im Sinne des oben genannten § 72a vorbestraft ist. Zu diesen Vorstrafen im §72a gehören unter anderem:

  • Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht
  • Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
  • Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
  • Exhibitionistische Handlungen
  • Zuhälterei
  • Menschenraub
  • uvm. 

Zudem ist die DPSG ein katholischer Jugendverband und Mitglied im BDKJ. Deshalb gilt für die DPSG die Ordnung zur Prävention sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen, kurz Präventionsordnung. Diese regelt in § 7 Abs. 1 und 2, dass Einrichtungen (damit sind nach § 2 Abs. 2 auch DPSG Stämme gemeint) sich vor der dem Einsatz von LeiterInnen ein Führungszeugnis vorzeigen lassen müssen. 


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Wie komme ich an ein Erweitertes Führungszeugnis?

s. Schaubild


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Welche Vorstrafen sind im §72a erfasst?

Vorbestraft im Sinne des §72a sind Personen die wegen eines oder mehrerer Verbrechen der folgenden §§ aus dem Strafgesetzbuch verurteilt worden sind:

  • § 171 Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht
  • § 174 Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
  • § 174a Sexueller Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen
  • § 174b Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung
  • § 174c Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs- , Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses
  • § 176 Sexueller Missbrauch von Kindern
  • § 176a Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
  • § 176b Sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge
  • § 177 Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung
  • § 178 Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge
  • § 179 Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen
  • § 180 Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger
  • § 180a Ausbeutung von Prostituierten
  • § 181a Zuhälterei
  • § 182 Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
  • § 183 Exhibitionistische Handlungen
  • § 183a Erregung öffentlichen Ärgernisses
  • § 184 Verbreitung pornographischer Schriften
  • § 184a Verbreitung gewalt- oder tierpornographischer Schriften
  • § 184b Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften
  • § 184c Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornographischer Schriften
  • § 184d Verbreitung pornographischer Darbietungen durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste
  • § 184e Ausübung der verbotenen Prostitution
  • § 184f Jugendgefährdende Prostitution
  • § 225 Misshandlung von Schutzbefohlenen
  • § 232 Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung
  • § 233 Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft
  • § 233a Förderung des Menschenhandels
  • § 234 Menschenraub
  • § 235 Entziehung Minderjähriger
  • § 236 Kinderhandel

Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Was ist eine Unbedenklichkeitserklärung?

Um eure Daten und eure Privatsphäre zu schützen, empfehlen wir allen LeiterInnen, dem Stammensvorstand das Erweiterte Führungszeugnis nicht im Originalen vorzulegen, sondern nur eine Bestätigung, dass nichts gegen euch im Sinne des §72a vorliegt. Diese Bestätigung wird dann Unbedenklichkeitserklärung genannt, wenn sie mit einem amtlichen Stempel, zum Beispiel von der Gemeinde oder dem Erzbischöflichen Ordinariat, versehen ist. 


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Was macht der Stammesvorstand mit der Unbedenklichkeitserklärung?

Der Stammesvorstand hält schriftlich fest, wann er von wem eine Unbedenklichkeitserklärung eingesehen hat und wann wieder eine vorgelegt werden muss. Eine Kopie der Unbedenklichkeitserklärung (niemals das Original) kann er mit dem Einverständnis der betreffenden Person und unter Berücksichtigung des Datenschutzes zu seinen Akten nehmen.

Auf gar keinem Fall darf das Erweiterte Führungszeugnis zu den Akten genommen werden!

Darf der StaVo die Unbedenklichkeitserklärung behalten?

Eine Kopie der Unbedenklichkeitserklärung kann der Stammesvorstand mit dem Einverständnis der LeiterIn und unter Berücksichtigung des Datenschutzes zu seinen Akten nehmen.


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Darf ich meine Unbedenklichkeitserklärung kopieren ?

Ja, außer die Vereinbarung mit dem zuständigen Jugendamt regelt das anders. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn ihr für mehrere Organisationen (DPSG, Ministranten, Sportverein etc.) tätig seid um nicht für jede ein eigenes Zeugnis beantragen zu müssen. Auch hier gilt, wenn die andere Organisation das anders regelt, gilt dies zu beachten. Wichtig ist, dass ihr die Originale der Unbedenklichkeitserklärung immer bei euch behaltet und nur Kopien abgebt. 


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Wer kann mir eine Unbedenklichkeitserklärung ausstellen?

s. Schaubild


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Nach wieviel Jahren brauche ich eine neue Unbedenklichkeitserklärung?

Alle fünf Jahre muss jede/r LeiterIn ein neues Erweitertes Führungszeugnis beantragen (für Stämme in der Stadt München: alle drei Jahre), dies gegen eine Unbedenklichkeitserklärung eintauschen und dann beim Stammesvorsitzenden vorzeigen. Der Stammesvorstand sollte euch dazu auffordern, falls ihr nicht selbst daran denkt.


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Was passiert wenn ein/e LeiterIn keine Unbedenklichkeitserklärung vorlegt?

Legt ein/e LeiterIn nach mehrmaliger Aufforderung keine Unbedenklichkeitserklärung oder kein Erweitertes Führungszeugnis vor, darf er/sie im Rahmen der Jugendarbeit keinen Kontakt zu Minderjährigen haben und ist aus der DPSG auszuschließen. -> siehe Satzung (Ausschlussordnung) DPSG. Die Notfallnummer der DPSG DV München und Freising lautet: 089/124148300 


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Was passiert wenn ein/e LeiterIn im Sinne des §72a Vorbestraft ist?

Erhält ein/e LeiterIn keine Unbedenklichkeitserklärung oder ist im Sinne des §72a vorbestraft, muss ihn/sie der Stammesvorstand umgehend seinen Aufgaben entbinden und umgehend aus der DPSG ausschließen: -> siehe Satzung der DPSG (Ausschlussordnung), -> Die Notfallnummer der DPSG DV München und Freising lautet: 089/124148300

Können wir das alles nicht einfach boykottieren?

Der Aufwand um den § 72a und das Erweiterte Führungszeugnis ist sehr groß und ob es tatsächlich potentielle Täter abschreckt ist ungewiss und muss erst noch nachgewiesen werden. Dennoch setzt ihr damit ein Zeichen: Wir DPSG-Pfadfinder schauen hin und schützen unsere Kinder und Jugendlichen vor Sexualstraftätern. Ein Boykott wäre fatal und würde der Öffentlichkeit signalisieren: Pfadfinder wehren sich gegen Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt.

 

Was ihr machen könnt: Diskutiert mit den politischen Entscheidungsträgern, mischt euch ein und redet mit. Als Pfadinder sagen wir, was wir denken und tun wir was wir sagen! Eure zuständigen Bundestagsabgeordneten sind die richtigen Ansprechpartner. 

Was regeln die Vereinbarungen zwischen den Jugendämtern und den Stämmen?

Die Jugendämter müssen nach §72a SGB VIII mit den freien Trägern der Jugendhilfe und Vereinen (in unserem Fall die DPSG Stämme) Vereinbarungen abschließen, die sicherstellen, dass diese keine nach §72a (1) rechtskräftig verurteilte Personen, haupt- oder ehrenamtlich beschäftigen.

Die Jugendämter stehen in der Pflicht, die Stämme, in der Regel die Stammesvorsitzenden, anzuschreiben und ihnen die Vereinbarung zukommen zu lassen. Wenn die Stammesvorsitzenden diese Vereinbarung unterschreiben, müssen diese sicherstellen, dass jede/r LeiterIn ein Erweitertes Führungszeugnis beantragt und ihnen eine Unbedenklichkeitserklärung vorlegt.


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Was mache ich, wenn das Jugendamt meinem Stamm keine Vereinbarung zuschickt?

Nichts, die Jugendämter stehen in der Pflicht, die Stämme anzuschreiben. Die Stämme sind nicht verpflichtet sich bei den Jugendämtern zu melden.


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Kann ich die Vereinbarung einfach unterschreiben?

Jede Vereinbarung kann je nach Jugendamt  inhaltlich individuell ausgearbeitet sein. Wenn du gerne eine unabhängige Meinung zu eurer Vereinbarung einholen möchtest, wende dich im Diözesanbüro an benedikt.rossiwal [at] dpsg1300.de oder 089/48092-2116.


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Prinzipiell sollte dir der Stammesvorstand Auskunft geben können. Falls dieser nicht weiter weiß, kannst du dich auch an das Diözesanbüro der DPSG benedikt.rossiwal [at] dpsg1300.de oder 089/48092-2116 wenden.


Ansprechpartner: Benedikt Rossiwal
Hoch