Pfadfinder

Stillstand ist nutzlos. Es gibt eines oder das andere, entweder Fortschritt oder Nachlassen. Wir wählen den Fortschritt - und mit einem Lächeln im Gesicht

Exkursion zum Biobauernhof

Weißwurst, Salami, Schnitzel, Schweinebraten – die meisten von uns essen fast täglich Fleisch, ohne viel über dessen Herkunft nachzudenken. Tatsächlich stellen sich da aber so einige Fragen: Kauf‘ ich das Billigste oder doch das mit dem Bio-Siegel? Ist bei Bio-Fleisch die Tierhaltung tatsächlich artgerechter? Ist es besser, ein Bio-Steak aus dem Ausland oder ein konventionelles aus der Region zu kaufen? Wieviel darf und sollte Fleisch kosten, wenn es fair und ökologisch produziert ist?

Mit diesen und noch so manch anderen Fragen machten sich am Samstag, den 12.07.2014 acht interessierte DPSG’ler unseres Diözesanverbands auf den Weg zu den Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Glonn. Organisiert wurde die Exkursion vom Facharbeitskreis für Behindertenarbeit, Ökologie und Internationale Gerechtigkeit. In Glonn angekommen ließen wir uns erstmal eine leckere Brotzeit aus dem Hofladen schmecken. Anschließend wurden wir auf dem Hof herumgeführt. Wir bestaunten die großzügigen Ställe der Schweine und ließen uns erklären, worin sich deren Haltung von konventionellen Bedingungen und gewöhnlichen Biohöfen unterscheidet. Uns wurde erklärt, dass sogar die Schlachtung in Herrmannsdorf so sanft und angstfei wie möglich stattfindet.

Anschauen durften wir uns auch die so genannte symbiotische Landwirtschaft, bei der verschiedene Nutztiere (z.B. Schweine, Hühner, Gänse) gemeinsam gehalten werden und sich gegenseitig ergänzen. Neben der Schweine- und Hühnerzucht gab es für uns in Herrmannsdorf auch eine Metzgerei, Bäckerei, Käserei und Brauerei zu sehen.

Highlight der Exkursion war nach der Führung ein Treffen mit dem Gründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Karl Ludwig Schweisfurth. Mit Mitte 20 übernahm Schweisfurth den Familienbetrieb seiner Eltern in Westfalen und der entwickelte sich unter seiner Führung zur größten Fleischfabrik Europas: Herta. Anfang der 80er Jahre wollten Schweisfurths Kinder den riesigen, automatisierten Betrieb und die Lebensweise des Vaters dann aber nicht übernehmen. Auch Schweisfurth selbst stellte die Massentierhaltung zunehmend in Frage und entschied sich 1984 schließlich für den Ausstieg. Er verkaufte die Firma Herta und gründete die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Dadurch wurde er einer der Wegbereiter der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland.

Bei einem spannenden Austausch schwappte Schweisfurths Begeisterung schnell auch auf uns über und wir konnten sogar ein Zitat von Baden-Powell in seiner Philosophie erkennen ;-)

Zurück in München setzten wir uns dann noch zusammen und diskutierten über unsere Eindrücke und die Umsetzung kritischen Konsums im Pfadfinderalltag.

Fazit: Wir sollten eigentlich noch viel mehr erforschen, wo unser Essen herkommt. Geht mit eurer Gruppe oder eurem Stamm doch auch mal auf Spurensuche, ihr werdet es nicht bereuen!

Glückliche Pfadis und glückliche Schweine
Gruppenfoto mit dem Herrmannsdorfer-Gründer
Hoch